Ergebnisse des Kreativbrau-Wettbewerbs 2026

Auf einem Tisch stehen viele Verkostungsgläser mit farbenfrohen Bieren.

 Aachen, 23. April 2026

„Natürlich geht mehr!“ – Kreativbrau-Wettbewerb zeigt: Biervielfalt lebt durch natürliche Zutaten und experimentelle Braukunst

Der Kreativbrau-Wettbewerb „Natürlich geht mehr!“ beweist seit 2024, dass Bier weit mehr ist als nur Pils oder Lagerbier. Initiiert von Nils Lichtenberg und Nikki Parks folgt der Wettbewerb dem Natürlichkeitsgebot der Deutschen Kreativbrauer e.V.: Neben Wasser, Hopfen und Malz dürfen alle natürlichen Rohstoffe verwendet werden, die für den menschlichen Verzehr zugelassen sind. „Von Steinobst über exotische Früchte bis hin zu Gewürzen – die Möglichkeiten sind grenzenlos, solange sie harmonisch im Bier aufgehen“, erklärt Lichtenberg.

Der Wettbewerb wird unterstützt durch die Deutsche Kreativbrauer e.V. und richtet sich an Hobbybrauer*innen, die mit natürlichen Zutaten experimentieren möchten. Ziel ist es, kreatives Brauen in der Region zu fördern und gleichzeitig eine Plattform für den Austausch zwischen Hobby- und gewerblichen Brauer*innen sowie der Gastronomie zu schaffen.

Die Jury: Fachkundig, vielfältig und objektiv

Die 20-köpfige Jury setzte sich zur Hälfte aus Frauen zusammen – ein klares Signal, dass die Leidenschaft für Bier keine reine Männersache ist. Die internationale Jury bestand aus Expert*innen aus den Bereichen Brauwesen, Gastronomie, Lebensmittelwissenschaft und Hobbybrauer*innen. Die Expert*innen verfügten über objektive Fachkenntnis in der Beschreibung internationaler Bierstile nach Aussehen, Aroma und Geschmack sowie der Einordnung zum jeweiligen Stil. „Bier kann so viel mehr sein als ein kühles Pils! Die Welt der Biere ist riesig: von belgischen Saisons über Berliner Weisse bis zu experimentellen Fruchtkreationen. Diese Vielfalt wollen wir feiern und sichtbar machen“, so Lichtenberg.

20 Personen Jury einer Bier-Verkostung stehen auf einer Treppe im Freien und reißen ihre Arme vor Freude in die Höhe

Die Platzierungen im Überblick

1. Platz

Kai Eberlein aus Mannheim mit seinem Tonkabohne-Kirsch-Rauchbier:

Dieses Bier ist ein Brückenbauer für Genießer*innen, die Rauchbieren sonst skeptisch gegenüberstehen. Die Fruchtigkeit der Kirsche vereint sich mit dem Vanillearoma der Tonkabohne zu einem begeisternden Genuss, der Tradition und Kreativität verbindet.

2. Platz

Andreas Jörrissen aus Aachen mit seiner Stachelbeer-Berliner Weisse:

Eine Hommage an seine Oma, die für ihre berühmte Stachelbeer-Baiser-Torte bekannt war. In diesem Berliner Weisse ergänzt die Stachelbeere die Komplexität des Basis-Bières und schafft eine harmonische Verbindung von Tradition und Innovation.

3. Platz

Karl-Josef Thul aus Thörnich an der Mosel mit seinem Rotweinbergpfirsich-Kölsch:

An der Mosel gedeiht nicht nur Wein, sondern auch der rote Weinbergpfirsich – eine kleine, herb schmeckende Frucht mit tiefrotem Fruchtfleisch. Karl-Josef Thul wählte eine klassische Kölsch-Schüttung und verfeinerte sie mit Eichenrauchweizenmalz. Als Hopfensorten kamen Perle und Sabro zum Einsatz. Zusätzlich wurde Pfirsichpüree mitvergoren, und für die Flaschengärung wurden Pfirsichsaft zugesetzt.

Platz 4 & 5

  • Fanny Schlehf aus Staßfurt mit ihrem grünen Mango-Fruchtbier:
    Inspiriert von einem grünen Mangosalat während einer Thailandreise sowie dem Wunsch, mit einer Sauerhefe zu experimentieren.
  • Nikki Parks und Nils Lichtenberg aus Aachen mit ihrem Weintrauben-Weinhefe-Belgian-Saison.
    (Das Bier wurde selbstverständlich blind verkostet, da die beiden die Veranstalter*innen des Wettbewerbs sind. Die Jury wusste von diesem Umstand nichts.)

Sonderkategorie: „Sexiest Beers“

  • Nikki Parks und Nils Lichtenberg aus Aachen mit ihrem belgischen Saisonbier mit Weinhefe, vergoren mit Weintraubensaft aus dem eigenen Garten und kaltgehopft mit neuseeländischen Aromahopfen.

    Die Jury meint:

    „Schöne aromatische Reise mit Stachelbeere & Würzigkeit in der Nase und Mundraum mit einem säuerlichen Abgang. Well done!“

    „Ausbalanciert aus Saison und Grape-Ale. Ganz tolle Schaumkrone. Der trockene Abgang macht Lust auf mehr!
  • Sarah Moor und Markus Kohrt aus Oersdorf mit ihrer leichten sauren Frucht-Weisse. Vergoren mit einer Mischkultur aus Lactobacillus, Brettanomyces, Pediococcus und Sherryhefe sowie Saccharomyces. Drei Monate auf frischen Sauerkirschen gelagert.

    Die Jury meint:
    „Sommerlich, frisch, leicht, spritzig und fruchtig. Gefällt mir sehr!“

    „Die Farbe ist wirklich der Knaller! Schön leichtes, spritziges Bier mit viel Hefe-Charakter, der gut die Frucht ankämpft. Auf jeden Fall gutes Aperitif!“

    „Vielen Dank für die Einreichung! Ein sehr gelungenes Bier mit einer super Kombination aus Fruchtaromen und gut eingesetzter Hefe-Bakterien-Kombination.“
  • Markus Klössinger aus Rednitzhembach mit seinem Bier mit Kalamansi und Quitte. Er wollte schon immer ein Bier mit Kalamansi – einer komplexen Zitrusfrucht – sowie ein Quittenbier brauen. Nun hat er beide Ideen kombiniert.

    Die Jury meint:
    „Sehr erfrischend und mit geringen Trinkwiderstand. Gerne mehr davon. Calamansi bringt schöne Aromen & Fruchtgeschmack ins Bier…“

    „Vielen lieben Dank für dieses spannende Bier. Leider tritt die Quitte geschmacklich deutlich hinter der Kalamansi zurück.“

Sonderkategorie: „kreativste Kreativbier“

  • Jonas Hammerschmidt-Keilen aus Aachen mit seinem Mango-Sticky-Rice-Experimentalbier. Inspiriert von den kulinarischen Einflüssen Thailands und Japans entstand ein Bier, das auf einem Pale-Ale-Grundrezept basiert. Der Reis wurde zusammen mit etwas Pale-Ale-Malz vor dem Brauen mit Koji-Sporen fermentiert. Kalthopfung und ein Mango-Stampf während der Gärung rundeten das Konzept ab.

    Die Jury meint:
    „Sehr spannendes Bier mit vielen kreativen Ansätzen.“

    „Die Balance ist korrekt und hält die Trinkenden gefesselt. Mehr davon!“
  • Sascha Jendryewski aus Köln mit seinem Mirabellen-Weizenbock. Die Idee: Die Frucht durch einen vollen Malzkörper unterstützen. Die frischen Mirabellen wurden zusammen mit Steinen vergoren.

    Die Jury meint:
    „Durch die Frucht und die Säure wirkt dieser Bock sehr leicht und ist gut trinkbar, trotz des hohen Alkoholgehalts (gefährlich).“

    „Bravo, tolles Bier. Champagnerartiger Auftakt 🙂 Typische, vollmundige POV-Weizenbock-Charakteristik mit deutlich schmeckbarer Fruchtsäure und Steinobstaroma – ohne alkoholisch-bockig zu wirken.“
  • Christian Herzig aus Berlin mit seinem Quitten-Pale-Ale. Das selbst entworfene Grundrezept – stilistisch schwer zu treffen – wurde zur perfekten Grundlage, um Quitten vom Baum zu verarbeiten. Dieser Baum wurde zur Geburt seiner Tochter gepflanzt und ist seither fester Bestandteil der Familiengeschichte und des Bierkonzepts.

    Die Jury meint:
    „Sehr schöne frische Quitte!“
    „Angenehm im Geruch und sieht toll aus.“
    „Interessante Story, interessantes Bier. Vielen Dank dafür!“

Preise und Anerkennung

1. Platz: Das Siegerbier wird auf einer gewerblichen Brauanlage eingebraut und ist exklusiv in der Café & Bar Zuhause (Sandkaulstraße 109/111, Aachen) am Zapfhahn erhältlich.

2. Platz: Eine private Brauereitour durch Bamberg.

3. Platz: Ein Set „Hefezüchter-Augenklappen“ für dich und fünf Freund*innen.

Fazit des Veranstalters

„Der Kreativbrau-Wettbewerb ‚Natürlich geht mehr!‘ zeigt: Bier ist eine Kunstform, die Tradition und Innovation verbindet. Mit natürlichen Zutaten wie Früchten, Gewürzen oder sogar Reis schaffen wir Biere, die überraschen – und das ohne Kompromisse bei der Qualität. Die Vielfalt der Einreichungen beweist, dass Deutschland nicht nur Pils-Liebhaber hat, sondern eine lebendige Craft-Beer-Szene, die weltweit mithalten kann.“

Nils Lichtenberg, Initiator des Wettbewerbs

Der nächste Wettbewerb 2028

„Der nächste Kreativbrau-Wettbewerb 2028 wird unter dem Motto ‚Aus dem Wald‘ stattfinden – wir freuen uns auf noch mehr kreative Ideen!“

 

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